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Ein klein wenig Heimatgeschichte kann nicht schaden Zum 300. Todestag von Prior Sigmund Diez (Ochsenfurt 1637 – Karthaus-Prüll 1719)

Er war von 1677 bis zu seinem Tode der wohl bedeutendste und wichtigste Prior der Kartause (Für Ordensgemeinschaften, die keinen Abt kennen, ist der Prior der Vorsteher des Klosters). Vor seinem Eintritt in den Kartäuserorden war er Sekretär des Fürsten Lobkowitz in Wien und kam daher mit ihm oft zum Reichstag nach Regensburg. So konnte er das Kloster Prüll besuchen und fand so sehr Freude daran, dass er 1664 als Novize mit dem Ordensnamen Sigismund eintrat. Durch seine immer noch besten Kontakte zu Mitgliedern des Immerwährenden Reichstags konnte er mit erbetener Spende die kunstvolle Ausstattung seiner Klosterkirche als Prior angehen.
Er wird als äußerst kunstsinnig, gelehrt und tatkräftig bezeichnet. Bedeutende Künstler wie Carlone, Perdet und Andreas Wolf holte er für die Ausstattung seines Klosters und seiner Klosterkirche nach Prüll. Auch baute er die Pfarr- 9 kirche St. Vitus und die Brunnenfassung des Vitusbaches neu. In die Zeit des Priors fiel auch die große Pestepidemie im Jahre 1713/14 (Angaben nach J. Schuegraf, K. Bauer und Dr. H. Reidel). Die Grabplatte von Prior Sigmund Dietz ist am dritten Pfeiler links in der Vituskirche zu finden, darauf sein Name in der 4. Zeile von unten, in der letzten Zeile heißt es, dass er am 20. Januar 1719 verstorben ist (Hl. Messe um 19.00 Uhr). Nicht nur für die Lateiner unter uns ist es köstlich, darauf die Reime in Versform zu lesen, die alle seine Tugenden in buntesten Farben posthum schildern (siehe hier: Pfarrei - St. Vitus - Besichtigung, dort ist die Übersetzung der Inschrift auf dem Grabstein zu lesen).